Mediation

 

1 Verfahren

Mediation ist ein strukturiertes, fundiertes und bewährtes Verfahren, das in verschiedenen Phasen abläuft.

Häufig ergreift anfangs nur ein Konfliktbeteiligter die Initiative für eine Mediation. Der Mediator sucht dann den Kontakt zu den übrigen Beteiligten. In den Vorgesprächen achtet der Mediator darauf, dass alle Beteiligten darüber informiert sind, welche Gespräche mit welchem Inhalt der Mediator mit welchem Beteiligten geführt hat. In einem kostenlosen Erstgespräch wird geklärt ob Mediation als Hilfesystem geeignet ist oder ob andere Konfliktlösungsverfahren bzw. Konfliktbearbeitungsverfahren geeigneter sind. Dabei erläutert der Mediator die einzelnen Phasen der Mediation und weitere wichtige Punkte und beantwortet Frage der Beteiligten. Bei weiterem Interesse der Beteiligten wird ihnen ein Mediationsvertrag ausgehändigt. Das erste Gespräch dient der Erläuterung dieser Grundsätze und der Klärung, ob Mediation das richtige Konfliktbearbeitungsverfahren für die Betroffenen ist. Es dauert ca. 30 Minuten und ist kostenfrei.

1.1 Einleitung

Vorab wird in einer freundlichen und angenehmen Atmosphäre zwischen den Beteiligten, den Medianten, und dem Mediator ein Arbeitsbündnis geschlossen, das für alle gilt. Hier werden Gesprächsregeln vereinbart, wie man mit Gefühlen, z.B. Wut oder Aggression umgeht, mit wem – wenn überhaupt – über die Mediationsgespräche gesprochen werden darf u.v.A.. Wichtig ist, dass eine gleichwertige Kommunikation möglich ist. So wird ein sicherer und vertrauensvoller Rahmen für die Mediation geschaffen.

1.2 Positionen der Beteiligten

Alle wichtigen Informationen werden gesammelt. Jeder Beteiligte stellt in geschützter Atmosphäre seine Sicht auf den Konflikt dar. Es wird zwischen den Beteiligten festgelegt, welche Themen zuerst bearbeitet werden und welche noch Zeit haben. Die Themen werden vorläufig bewertet, Übereinstimmungen und Meinungsverschiedenheiten herausgearbeitet.

1.3 Interessenbearbeitung

Es geht um die Beleuchtung des Konflikts, Interessen und Hintergründe werden aufgedeckt. Die mit der Auseinandersetzung verbundenen Gefühle werden artikuliert, Wünsche und Interessen herausgearbeitet. Es geht um die eigentlichen, hinter den Positionen der Beteiligten stehenden Bedürfnisse der Medianden. Grundlagen für eine Entscheidungsfindung werden erarbeitet.

1.4 Optionen entwickeln

Im Rahmen eines brainstormings werden Lösungsmöglichkeiten gesammelt und entwickelt. Alles kommt auf den Tisch, auch was vordergründig keinen Sinn macht. Alle Beteiligten prüfen und erörtern mögliche Regelungen im Hinblick auf bestehende Umsetzungsmöglichkeiten. Vorläufige Lösungen oder Teillösungen werden erprobt und Gesamtvereinbarung wird entworfen.

1.5 Vereinbarung

Es wird eine abschließende Gesamtschau vorgenommen, die auch eine Fairnesskontrolle durch den Mediator einschließt. Die Konfliktlösung wird in einem Vertrag wenn gewünscht schriftlich fixiert. Eventuell bedarf die Vereinbarung zu ihrer Wirksamkeit der notariellen Beurkundung. Auch nach Abschluss der Mediation können Gespräche zur Überprüfung vereinbart werden, ob die Vereinbarung trägt oder in einzelnen Punkten vielleicht angepasst werden muss.

 

2 Umfang und Kosten

2.1 Umfang

Wie viele Sitzungen erforderlich sind, um eine tragfähige und faire Abschlussvereinbarung zu erarbeiten, hängt von den Themen und Konfliktparteien ab. Erfahrungsgemäß sind 3-8 Sitzungen ausreichend. Eine Mediationssitzung dauert in der Regel 90 Minuten. Je nach Bedarf können Mediationen en bloc durchgeführt werden, z.B. bei längerer Anreise eines Konfliktbeteiligten, oder auch extern, wenn z.B. alle Konfliktbeteiligten weit auseinander wohnen, erfolgen. Auch eine "shuttle" - Mediation ohne zeitgleiche Anwesenheit der Betroffenen ist möglich. Wir arbeiten bundesweit.

In einzelnen Fällen kann eine Co-Mediation sinnvoll sein, die von zwei Mediatoren geleitet wird.

2.2 Kosten

Die Kosten für eine Mediation unterliegen nicht der Gebührenordnung für Rechtsanwälte (RVG), sondern werden pro Zeitstunde abgerechnet. Es gibt mittlerweile einige Rechtsschutzversicherungen, die diese Kosten zumindest teilweise übernehmen.

 

3 Die Rolle des Mediators

Als Mediator bin ich anders als der den Interessen der Mandantschaft verpflichtete Rechtsanwalt neutral und allparteilich. Ich vertrete die Interessen aller Beteiligten und helfe ihnen, eine eigene Lösung zu entwickeln. Nicht der Mediator, sondern die Parteien selbst entwickeln lediglich mit Unterstützung des Mediators eine Lösung, die sich an ihren Interessen und Bedürfnissen orientiert. Gerade das macht die selbstbestimmte Lösung tragfähig. Als Mediator kann ich nicht gleichzeitig Anwalt der Konfliktparteien oder einer Konfliktpartei sein.

 

4 Mediation in Familienkonflikten

Mediation in Familienkonflikten ist geeignet

- bei Trennung / Scheidung (insbesondere dann, wenn Kinder betroffen sind)

- bei Unterhaltsfragen

- beim Vermögensausgleich

- bei der Ausübung und Regelung des elterlichen Sorgerechts

- bei der Frage, wie viel Vater- oder Mutterzeiten die Kinder nach einer Trennung haben

- bei der Entscheidung, wo die Kinder künftig leben sollen

- bei Problemen in Paarbeziehungen

- bei Problemen zwischen Eltern und Kindern

- bei Mehrgenerationenkonflikten

 

5 Mediation in Erbangelegenheiten

Mediation in Erbangelegenheiten ist geeignet

- bei Erbauseinandersetzungen

- bei Testamentserrichtungen und Vorsorgevollmachten

- bei Nachfolgeregelungen von Unternehmen

- bei Mehrgenrationenkonflikten

 

Konfliktpiloten

In dem gemeinsam mit Kolleginnen betriebenen Mediationsprojekt „Konfliktpiloten“ konzentrieren wir uns auf außergerichtliche Konfliktbeilegungsmethoden (www.konfliktpiloten.de).